Geburts-Vorbereitungs-Kurs für Flüchtlinge


Heute möchte ich von meinen Erfahrungen von einem mehrsprachigen Geburtsvorbereitungs-Kurs für schwangere Flüchtlingsfrauen berichten. Durch den Kontakt zur Frauenreferentin der Caritas kam dieser Kurs zustande. Edith Kulzer-Schwab hat die nicht ganz einfache Koordination des Projekts übernommen. Ihre Herausforderung war es schwangere Flüchtlingsfrauen - ohne oder mit noch sehr wenig Deutschkenntnissen - auf die Geburt hier in einer Klinik im Landkreis vorzubereiten. Dafür suchte Frauenreferentin Kulzer-Schwab u.a. eine Hebamme und ich sagte zu, sie mit meinen Fachkenntnissen zu unterstützen. Dies hat dann auch schon zwei Mal - trotz kleiner Startprobleme - gut funktioniert.
Sprechpausen einhalten
Mit ausländischen Schwangeren einen Geburtsvorbereitungskurs durchzuführen ist schon eine nicht alltägliche Erfahrung. Da musste ich mich ganz speziell vorbereiten. Bei jedem neuen Themen-Abschnitt gab es für mich immer wieder nach ein paar Sätzen eine Sprech-Pause, weil ja erst mal die Übersetzung in zwei Sprachen erfolgte. Zum besseren Verständnis der Teilnehmerinnen hatte ich einzelne Themen auf kleinen Plakaten auch visuell dargestellt, was sehr positive - teilweise auch lustige Reaktionen - hervorgerufen hat. Natürlich war es insgesamt nur sehr wenig Zeit für eine angemessene intensive und individuelle Vorbereitung. Aber aus meiner Erfahrung aus dem Kreißsaal im Emmendinger Kreiskrankenhaus weiß ich den Unterschied von vorbereiteten zu unvorbereiteten Frauen sehr zu schätzen.
Nach der Migration kommt die Integration
Ich spüre große Unterschiede, wie die Flüchtlings-Frauen, die ich hier kennenlernen konnte, sich auch innerlich auf die Geburtssituation und ihre neuen Aufgaben als Mutter vorbereiten. Manche haben schon aktiv begonnen sich in das neue Leben in Deutschland, die neue Kultur zu integrieren. Sie haben schon gute Deutsch-Kenntnisse, um sich mit ihren Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett verständlich zu machen und sind sogar schon gespannt, unter welchen Umständen die "neue Generation" hier im noch fremden Land Fuß fassen wird. Bei anderen Schwangeren erlebe ich auch, dass sie sich zurückziehen, verschlossen sind für neue Kontakte und noch einen weiten Weg vor sich haben, um sich hier aktiv zu integrieren. Mal sehen, was diese mehrsprachigen Geburtsvorbereitungskurse dazu beitragen, dass aus der Migration eine gute Integration wird. Hier noch der Link zum Beitrag, der in der südbadischen Sonntags-Zeitung "Der Sonntag" am 18. Februar 2018 erschienen ist: ARTIKEL
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